Aufsatz - Stahlbau Heft 3/2026
Seite: 214-222
Autoren: Wimmer, Johannes, Braml, Thomas, Küttenbaum, Stefan, Spannaus, Max, Seitz, Fabian
DOI: 10.1002/stab.70102
Die Asset Administration Shell (AAS) bietet als zentraler digitaler Zwilling eines Objekts die Möglichkeit, Planungs‐, Ausführungs‐ und Betriebsdaten über den gesamten Lebenszyklus hinweg konsistent, standardisiert und interoperabel bereitzustellen. Während im Maschinen‐ und Anlagenbau AAS‐basierte Systeme bereits weitverbreitet sind, steckt ihre Anwendung im Bauwesen, insbesondere im Brückenbau, noch in den Anfängen. Der Beitrag zeigt, wie die AAS als offener, formatauflösender Datencontainer vorhandene Inspektions‐ und Monitoringprozesse effizienter gestalten kann und wie sie dabei hilft, Sensorik, Prüfunterlagen, Wartungsdokumente und Zustandsinformationen dauerhaft nachvollziehbar zu verknüpfen. Aktuelle Entwicklungen in nationalen und internationalen Infrastrukturprojekten zeigen, dass digitale Planung, automatisierte Datenerfassung und modellbasierte Abläufe zwar eine ideale Voraussetzung für einen digitalen Zwilling schaffen, gleichzeitig aber fragmentierte Softwarelandschaften und fehlende Datenkontinuität eine durchgängige Nutzung bisher erschweren. Abschließend werden konkrete Anwendungsszenarien für Stahl‐ und Verbundbrücken vorgestellt. Die AAS zeigt dabei, dass ein niedrigschwelliger und wirtschaftlicher Einstieg in datengetriebene Betriebsprozesse möglich ist und einen wichtigen Baustein zur zukünftigen Bewirtschaftung von Infrastruktur darstellt.
As the central digital twin of an object, the Asset Administration Shell (AAS) offers the possibility of providing planning, execution, and operating data in a consistent, standardized, and interoperable manner throughout the entire life cycle. While AAS‐based systems are already widely used in Industry 4.0, their application in construction, especially bridges, is still in its early stages. This paper shows how AAS, as an open, format‐resolving data container, can make existing inspection and monitoring processes more efficient and how it helps to permanently link sensor data, test reports, maintenance documents, and condition information in a manner that ensures traceability. Current developments in national and international infrastructure projects show that digital planning, automated data collection, and model‐based processes create ideal conditions for a digital twin, but at the same time, distributed software landscapes and a lack of data continuity have so far made consistent use difficult. Finally, specific application scenarios for steel and composite bridges are presented. The AAS shows that a low‐threshold and economical entry into data‐driven operating processes is possible and represents an important component for the future management of infrastructure.
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