Aufsatz - Stahlbau Heft 12/2025
Seite: 744-752
Autoren: Ekwall, Thomas
DOI: 10.1002/stab.70058
Denkmalgeschützte Bahnhöfe durchlaufen derzeit anspruchsvolle Umbauvorhaben zugunsten der schwellenlosen und behindertengerechten Zugänglichkeit. Historische Geländer sind dabei oft charakterprägend und erhaltenswert, da sie von den Reisenden nicht nur optisch, sondern auch haptisch wahrgenommen werden. Dennoch fallen diese Elemente immer wieder berechtigten Sicherheitsanforderungen zum Opfer. Folgende Geländerertüchtigung in St. Fiden veranschaulicht aus Sicht des Verfassers, wie diesen Bestrebungen gleichwertig begegnet werden kann. Auf Grundlage der statischen Untersuchung des vorhandenen Objekts wurden die Lastannahmen und der Nachrüstungsentwurf genehmigt, wenn auch an einen Nachweis der Schweißbarkeit des historischen Materials geknüpft. Geschweißte Verbindungen waren erforderlich, um die ursprüngliche Bausubstanz und das Erscheinungsbild wiederherzustellen. Anhand der PMI‐Verwechslungsprüfung und lichtmikroskopischer Aufnahmen des Gefüges wurde der Befund als Flusseisen eingestuft. Gegenstand der Zug‐ und Biegeversuche waren die Festigkeit und Duktilität der Nahtstellen. Die knapp gehaltene Versuchsreihe erwies sich als zielführend für eine qualitative Einschätzung des Verhaltens und zur Bestätigung der angenommenen Materialkennwerte. Sie kann durchaus auch erweitert werden, um daraus quantitative Eigenschaften eines Untersuchungsgegenstands abzuleiten.
In order to guarantee disability access without thresholds, landmarked railway stations nowadays undergo challenging structural interventions. Historical railings often underscore their character and are worth being safeguarded, since travellers experience these objects not only visually but also haptically. Nevertheless, these elements are every so often removed for understandable safety reasons. The following case study of a railing refurbishment in St. Fiden illustrates, from its author's perspective, how both of the above‐mentioned requirements can be met. Based on a structural analysis of the present object, the retrofitting concept and load assumptions were approved, although subject to verification of the weldability of the original material. Welded connections were required in order to restore the original substance and appearance. According to positive material identification tests PMI and light microscopy captures of the microstructure, the samples were identified as a rimmed steel. The tensile and bending tests addressed the strength and ductility of the welded joints. This tailor‐made series proved to be sufficient for a qualitative assessment of the material behaviour and to confirm the assumed characteristic material values. It can certainly be extended in order to obtain quantitative properties of a studied object.
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