Aufsatz - Beton‐ und Stahlbetonbau Heft 10/2025
Seite: 810-821
Autoren: Stöhr, Ben, Stark, Alexander
DOI: 10.1002/best.70026
Die Wiederverwendung von Stahlbetonbauteilen aus rückgebauten Bauwerken hat großes Potenzial zur Reduzierung grauer Emissionen bei Neubauvorhaben. Das in diesem Beitrag angestrebte Konzept sieht eine Umwandlung rückgebauter Bauteile zu modularen Fertigteilen und eine Wiedergewinnung in standardisierten Baukastensystemen vor. Dabei sollen automatisierte und roboterbasierte Aufbereitungen sowie lösbare Vorspanntechniken zur Verbindung adaptiert werden, um eine zirkuläre Mehrfachwiederverwendungsprozesskette zu etablieren. In diesem Beitrag wird die Tragfähigkeit unter Druckbeanspruchung in Abhängigkeit von der Kontaktflächenbeschaffenheit von rückgebauten und segmentierten Bauteilen untersucht, um notwendige automatisierbare Aufbereitungsmethoden abzuleiten. Durch eine gezielte Nachbearbeitung der Schnittflächen kann eine gleich hohe Drucktragfähigkeit im Vergleich zu Neubauteilen erreicht werden. Die Machbarkeit des Konzepts wird durch die initiale Anwendung der abgeleiteten Aufbereitungstechniken auf ein reales rückgebautes Balkenbauteil sowie durch das anschließende Vorspannen demonstriert.
The reuse of reinforced concrete members from demolished buildings has great potential for reducing grey emissions in new construction projects. The concept envisaged in this article provides for the conversion of dismantled components into modular precast members and their further reuse in standardised modular construction kits. Automated and robot‐based processing and detachable post‐tensioning techniques for joining are to be adapted in order to establish a circular reuse process chain. In this article, the capacity under compressive stress is analysed as a function of the contact surface properties of dismantled and segmented components in order to derive the necessary automated reprocessing methods. Targeted reworking of the cut surfaces can achieve an equally high compressive capacity compared to new parts. The feasibility of the concept is demonstrated by the initial application of the derived preparation techniques for a real, dismantled beam and by subsequent post‐tensioning.
12 Seiten
25 €
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