Aufsatz - Stahlbau Heft 11/2025
Seite: 699-707
Autoren: Camps, Benjamin, Karbig, Nico, Kuhnhenne, Markus
DOI: 10.1002/stab.70050
Der Nachweis des Brandschutzes von Raumzellengebäuden mit Stahltragkonstruktion stellt Planende und Behörden vor neue Herausforderungen, insbesondere hinsichtlich des Nachweises raumabschließender Eigenschaften, des Widerstands gegen eine Brandausbreitung und strahlender Wärme. Im Rahmen eines Forschungsvorhabens wurden erstmals realmaßstäbliche Brandversuche an vollständig ausgebauten Raumzellen unter ETK‐Bedingungen durchgeführt. Ziel war die experimentelle Untersuchung der Plattenintegrität der einzelnen Bauteile sowie der raumabschließenden Eigenschaften der Bauteilanschlüsse unter realitätsnahen Belastungen bzw. Verformungen. Die Versuchskonzeption berücksichtigt praxisbewährte Trockenbaukonstruktionen, eine herstellerunabhängige Stahltragkonstruktion sowie typische Verformungszustände im Nutzungsfall. Anhand zweier exemplarischer Versuche wird zum einen gezeigt, dass für verschiedene Ausführungsvarianten der Anschlüsse eine ausreichende Leistungsfähigkeit gegeben ist und der Raumabschluss und die Plattenintegrität über mindestens 30 Minuten sichergestellt werden. Zum anderen wird verdeutlicht, dass mit dem konzeptionierten Versuchsaufbau reproduzierbare Ergebnisse erzielt werden, die eine fundierte Einschätzung hinsichtlich der brandschutztechnischen Eigenschaften erlauben.
The verification of fire protection in room cell buildings with steel load‐bearing structures poses new challenges for designers and regulatory authorities, particularly regarding the assessment of room‐enclosing properties, resistance to fire spread, and radiant heat. As part of a research project, full‐scale fire tests were conducted for the first time on fully fitted room cells under standard fire curve (ETK) conditions. The aim was to experimentally investigate the plasterboard integrity of individual components as well as the room‐enclosing performance of component joints under realistic loading and deformation scenarios. The test concept is based on proven drywall constructions, a manufacturer‐independent steel frame structure, and typical deformation states occurring during service. Based on two exemplary tests, it is demonstrated, firstly, that various execution variants of the connections provide adequate performance, ensuring room enclosure and plasterboard integrity for at least 30 minutes. Furthermore, it is shown that the conceived experimental setup yields reproducible results, enabling a well‐founded assessment of the fire protection properties.
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