Aufsatz - geotechnik Heft 3/2026
Seite: 264-271
Autoren: Fuchs, Bastian, Höckmayr, Andreas, Schmalzl, Johannes
DOI: 10.1002/gete.70039
Der Beitrag untersucht das Baugrundrisiko in der Geotechnik aus bauvertragsrechtlicher Sicht. Ausgehend von DIN 4020 beschreibt er das Baugrundrisiko als Gefahr, dass für Planung, Ausschreibung und Ausführung maßgebliche Baugrundeigenschaften nicht hinreichend erkannt, beschrieben oder in ihrer verfahrensbezogenen Wirkung zutreffend bewertet werden. Hervorgehoben wird die allgemeine Bedeutung der Homogenbereiche als Schnittstelle zwischen geologischer Beschreibung, geotechnischer Bewertung und Kalkulation. Typische Streitfälle – von unerwarteter Abrasivität über Wasserzutritte bis zu Verklebungen – werden skizziert. Anhand eines praktischen Beispiels zeigt der Beitrag, dass auch bauverfahrensbedingt ausgelöste, technisch unvermeidbare und im Ausschreibungsstadium bzw. zum Vertragsschluss nicht vorhersehbare Änderungen der Baugrundeigenschaften dem Baugrundrisiko zugeordnet werden können. Für die Praxis folgt daraus, dass eine belastbare Beschreibung und praxisgerechte Abgrenzung von Homogenbereichen Rechtsstreitigkeiten vermeiden hilft.
This article examines geotechnical site risk from the perspective of construction contract law. Based on DIN 4020, it defines site risk as the danger that site properties critical to planning, tendering, and execution are not sufficiently identified, described, or accurately assessed in terms of their impact on the construction process. The general importance of homogeneous zones as an interface between geological description, geotechnical assessment, and cost estimation is emphasized. Typical disputes—ranging from unexpected abrasiveness to water ingress and soil adhesion—are outlined. Using a practical example, the article demonstrates that changes in soil properties triggered by construction methods—which are technically unavoidable and unforeseeable at the tendering stage or upon contract conclusion—can also be attributed to soil risk. In practice, this implies that a robust description and practical delineation of homogeneous zones helps prevent legal disputes.
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