Bericht - Bautechnik Heft 8/2026
Seite: 623-628
Autoren: Freitag, Nancy, Stein, Philipp, Pfeiffer, Wolf
DOI: 10.1002/bate.70151
Die Ökobilanzierung ist ein etabliertes Verfahren zur Nachhaltigkeitsbewertung von Produkten oder auch Prozessen, bei der die assoziierten Emissionen und Verbräuche für eine Vielzahl von normierten Indikatoren bestimmt werden. Im Kontext von Bauprojekten und in Anbetracht der aktuellen Entwicklung des Klimawandels ist jedoch eine Fokussierung der Nachhaltigkeitsbetrachtung auf den Indikator des Treibhauspotenzials vordringlich. Bei der Betrachtung von Bauprojekten sind Ökobilanzen insbesondere im Hochbau bereits weit verbreitet. Im Kontext verkehrswasserbaulicher Infrastruktur findet derzeit noch keine verbreitete Anwendung statt. Da die Einflussmöglichkeiten in frühen Planungsphasen von Bauprojekten jedoch üblicherweise den größten Hebel entfalten können, erscheint es zielführend, Treibhausgasemissionen (THG‐Emissionen) insbesondere bei der Variantenauswahl zu berücksichtigen. Für eine Bilanzierung von Verkehrswasserbauwerken, inklusive des im Zuge der Herstellung notwendigen Spezialtiefbaus, fehlen hierfür jedoch in den verfügbaren Datenbanken Informationen zu wichtigen Baustoffen und Bauprozessen. Darüber hinaus besteht kein einheitliches Vorgehen hinsichtlich der anzusetzenden Systemgrenzen und Randbedingungen für eine Bilanzierung von Verkehrswasserbauwerken. Der vorliegende Beitrag zeigt auf, mit welchen Ansätzen den bestehenden Herausforderungen begegnet wird, um pragmatische Hilfsmittel für die Ökobilanzierung von Verkehrswasserbauwerken zu erarbeiten.
Life cycle assessment (LCA) is an established method for evaluating the sustainability of products or processes, in which associated emissions and resource consumptions are determined for a wide range of standardised indicators. However, in the context of construction projects and in view of current climate change trends, it is crucial to focus on the indicator for greenhouse gas potential (GHG emissions). LCA is already widely used in the evaluation of construction projects, particularly in building construction. However, this approach is not yet widely implemented in transport and water infrastructure systems. Given that the early planning phases of construction projects usually provide the greatest potential for influence, it appears particularly important to consider GHG emissions during the selection of design alternatives. For LCA of hydraulic engineering structures, including special civil engineering works required during construction, the available databases lack information on key building materials and construction processes. Furthermore, there is no standardised approach for defining the system boundaries and boundary conditions to be applied in the LCA of waterway structures. This paper highlights the approaches being used to address the existing challenges in order to develop practical tools for the LCA of waterway structures.
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