Bericht - Bautechnik Heft 7/2026
Seite: 575-581
Autoren: Halaczek, Bartlomiej
DOI: 10.1002/bate.70099
Angesichts des enormen Modernisierungsdrucks in der deutschen Verkehrsinfrastruktur stellt sich die Frage: Wie können wir Brücken planen, die nicht nur technisch funktionieren, sondern auch als wertvolle Bestandteile unserer Städte wahrgenommen werden? Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger Deutschlands wünscht sich, dass ihre Infrastruktur „gestaltet“ wird. Gleichzeitig wächst der öffentliche Unmut über mangelnde Kommunikation, fehlende Mitgestaltungsmöglichkeiten und Planung ohne Kontextbezug. Die oftmals gelobte interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Architekten und Bauingenieuren scheitert jedoch zu oft an den Rahmenbedingungen der HOAI. Brücken werden ausschließlich nach technischen und wirtschaftlichen Kriterien geplant, während komplexe Faktoren wie städtebaulicher Kontext, Nutzerwahrnehmung und baukulturelle Bedeutung vernachlässigt werden. Dieser Bericht untersucht die systemischen Ursachen dieser Situation und zeigt auf, warum gängige Vergabeverfahren häufig zu unbefriedigenden Ergebnissen führen. Zugleich werden Lösungsansätze vorgestellt.
Given the enormous pressure to modernise Germany's transport infrastructure, the question arises: How can we plan bridges that not only function technically but are also perceived as valuable components of our cities? The majority of German citizens want their infrastructure to be ‘designed’. At the same time, public discontent is growing over inadequate communication, limited opportunities for participatory design, and planning without contextual reference. The often‐praised interdisciplinary collaboration between architects and civil engineers too frequently fails due to the framework conditions of the HOAI. Bridges are planned exclusively according to technical and economic criteria, while complex factors such as urban context, user perception, and cultural significance are neglected. This article examines the systemic causes of this situation and demonstrates why common procurement procedures often lead to unsatisfactory results. At the same time, potential solutions are presented.
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