Aufsatz - Beton‐ und Stahlbetonbau Heft 10/2026
Seite: 960-969
Autoren: Sandmann, David, Schütze, Elisabeth, Schumann, Alexander, Beckmann, Birgit, Marx, Steffen
DOI: 10.1002/best.70204
Zur experimentellen Untersuchung des Rissbildungsverhaltens von Carbonbetonverstärkungsschichten wurden großmaßstäbliche, drei Meter lange, vorgeschädigte Stahlbetonplatten in 4‐Punkt‐Biegeversuchen unter Nutzung digitaler Bildkorrelation analysiert. Variiert wurden der Bewehrungsgrad des Grundkörpers, die Lagenanzahl der Carbongitter sowie die Verbundeigenschaften der Stahlbewehrung. Die Ergebnisse zeigen ein günstiges Rissbildungsverhalten der Verstärkungsschicht mit im Vergleich zum reinen Stahlbeton geringeren Rissabständen und Rissbreiten. Die mittleren Rissabstände lagen im abgeschlossenen Rissbild zwischen 38 mm und 55 mm und entsprachen etwa dem Zwei‐ bis Dreifachen der Gitterweite der Carbonbewehrung. Bei höheren Lastniveaus näherten sich die Rissabstände in der Verstärkungsschicht und im Grundkörper an und lagen in einer vergleichbaren Größenordnung. Trotz hoher Carbondehnungen nahe der Bemessungsgrenzdehnung blieben die Rissbreiten deutlich unterhalb des Gebrauchstauglichkeitskriteriums von 0,4 mm. Ergänzend wurde eine erste rechnerische Abschätzung des Rissverhaltens auf Basis vereinfachender Annahmen durchgeführt, die insgesamt eine gute Übereinstimmung mit den experimentellen Ergebnissen zeigt.
For the experimental investigation of the cracking behavior of carbon‐reinforced concrete strengthening layers, large‐scale, three‐meter‐long pre‐damaged reinforced concrete slabs were analyzed using 4‐point bending tests and digital image correlation. The reinforcement ratio, number of carbon grid layers, and bond properties of the steel reinforcement were varied. The results show a favorable cracking behavior of the strengthening layer, with smaller crack spacing and crack widths compared to the plain reinforced concrete section. The mean crack spacing in the stabilized cracking state ranged between 38 mm and 55 mm, corresponding to approximately two to three times the spacing of the carbon grid. At higher load levels, comparable crack spacing developed in both the strengthening layer and the existing concrete section. Despite high carbon strains approaching the design strain limit, all crack widths remained well below the serviceability limit of 0.4 mm. In addition, a first analytical estimation of the cracking behavior was carried out based on simplified assumptions, which overall shows good agreement with the experimental results.
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