Aufsatz - Stahlbau Heft 6/2026
Seite: 522-532
Autoren: Ummenhofer, Thomas, Mott, Marcel
DOI: 10.1002/stab.70134
Die bestehenden Regelwerke für Stahlguss bieten keine konsistenten Regelungen, die es ermöglichen, die quasistatische Tragfähigkeit und den Ermüdungswiderstand von Stahlgussbauteilen in Abhängigkeit von ihrer herstellungsbezogenen Qualität zu ermitteln. Im Rahmen dieses Fachbeitrags wird die neue Richtlinie für Stahlguss im Bauwesen vorgestellt. Diese verknüpft die stahlgussspezifischen Prozessschritte bei der Planung, Ausschreibung und Abnahme in Form eines durchgehenden Konzepts. Die neue DASt‐Richtlinie 033 basiert sowohl auf bruchmechanischen Bemessungsansätzen für statisch und zyklisch belastete Bauteile als auch auf experimentellen Untersuchungen zur Zuverlässigkeit zerstörungsfreier Prüfverfahren und zum Nachweis mechanischer Materialeigenschaften der Gussbauteile. Die Richtlinie basiert auf einem dreiphasigen Workflow. In Phase I werden bauteilbezogen lokale Ausnutzungsklassen auf Grundlage der einwirkenden Beanspruchungen definiert. In Phase II werden in Abhängigkeit von der Ausnutzung technische Lieferbedingungen festgelegt und mechanisch zulässige Grenzfehlergrößen ermittelt. Phase III regelt die Abnahmeverfahren in Verbindung mit einer obligatorischen Erstmusterprüfung zur Verifizierung der bauteilspezifischen Materialeigenschaften und zur Qualifizierung der angewandten zerstörungsfreien Prüfverfahren. Das festgelegte Vorgehen schafft eine transparente Verknüpfung zwischen (lokaler) Bauteilbeanspruchung, erforderlicher Fertigungsqualität und technischer Verifizierung.
Existing standards for cast steel do not provide a consistent framework linking the load‐bearing capacity of structural members to their manufacturing‐related quality. This paper explains a new guideline for cast steel in construction that integrates design, tendering, and approval within a unified concept. The approach is based on fracture mechanics design principles for statically and fatigue loaded structural elements and on experimental investigations into the reliability of non‐destructive testing methods and the verification of mechanical material properties. The guideline follows a three‐phase project structure. Phase I defines local stress zones (‘utilisation classes’) based on acting stresses. In Phase II, these utilisation classes are translated into technical delivery conditions by specifying mechanically permissible defect sizes. Phase III defines acceptance procedures, including a mandatory initial sample inspection to verify element‐specific material properties and to qualify the applied non‐destructive testing methods. The proposed framework establishes a transparent link between local stress, required manufacturing quality, and technical verification.
11 Seiten
25 €
Dieser Artikel ist nicht kostenlos verfügbar. Bitte nutzen Sie die Bestell-Option.