Bericht - Stahlbau Heft 6/2025
Seite: 308-324
Autoren: Kuhnhenne, Markus, Pyschny, Dominik, Mehrtens, Peter, Lüdecke, Marvin, Chaouat, Lisa
Die Herstellung von Stahl verursacht einen erheblichen Anteil der globalen Treibhausgasemissionen, ist jedoch essenziell für die gebaute Umwelt. Vor dem Hintergrund der Klimaziele steigt der Bedarf an emissionsarmen Stahlerzeugnissen. Diese Veröffentlichung vergleicht verschiedene Herstellungsrouten hinsichtlich ihrer ökologischen Auswirkungen mithilfe der Ökobilanzierung. Unterschieden wird zwischen Primärrouten auf Basis von Eisenerz und Sekundärrouten auf Basis von Stahlschrott. Die schrottbasierte Elektrolichtbogenofenroute gilt bei Einsatz erneuerbarer Energien als besonders emissionsarm, ist jedoch durch die begrenzte Schrottverfügbarkeit limitiert. Eine alternative Technologie ist die wasserstoffbasierte Direktreduktion, die derzeit in Demonstrationsanlagen erprobt wird. Anhand von Ökobilanz‐Studien und Umweltproduktdeklarationen werden Unterschiede in den Treibhauspotenzialen analysiert, mit Fokus auf der Herstellungsphase gemäß DIN EN 15804. Obwohl die Bilanzierung potenzieller Vorteile am Lebensende gemäß dieser Norm möglich ist, ist der Einsatz emissionsarmer Stähle bereits heute entscheidend für die Klimabilanz. Am Beispiel der neuen Versuchshalle des der werden Anwendungen verschiedener emissionsreduzierter Stahlprodukte für die Gebäudehülle vorgestellt. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Herstellungsroute und des Strommixes für die Dekarbonisierung der Stahlprodukte.
The production of steel accounts for a significant share of global greenhouse gas emissions, yet it remains essential for the built environment. In light of climate targets, the demand for low‐emission steel products is increasing. This publication compares various production routes with regard to their environmental impacts using life cycle assessment. A distinction is made between primary routes based on iron ore and secondary routes based on steel scrap. The scrap‐based electric arc furnace route is considered particularly low in emissions when powered by renewable energy, but is limited by the availability of scrap. An alternative technology is hydrogen‐based direct reduction, which is currently being tested in pilot plants. Based on LCA studies and environmental product declarations, differences in global warming potentials are analyzed, with a focus on the production stage in accordance with DIN EN 15804. Although Module D can account for potential end‐of‐life benefits, the use of low‐emission steels is already critical to the climate balance today. Using the new test facility of the at as an example, applications of and based on are presented. The results highlight the importance of the production route and the electricity mix for the decarbonization of steel production.
17 Seiten
25 €
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