Für die Abschätzung der Wandverformungen und der daraus resultierenden Zusatzschnittgrößen nach Theorie II. Ordnung von schlanken Mauerwerkswänden wird das im Stahlbetonbau bewährte Modellstützenverfahren auf den Mauerwerksbau übertragen, so daß sich der Knicksicherheitsnachweis wie bisher auf einen Querschnittsnachweis an der maßgebenden Stelle unter Berücksichtigung der Schnittgrößen nach Theorie II. Ordnung reduziert. Vorteil gegenüber der bisherigen Näherungslösungen entsprechend DIN 1053-3 /1/ und EC 6 /4/, /5/ ist einerseits die Konsistenz zu den Bemessungsnormen des Stahlbetonbaus und andererseits die Möglichkeit einer getrennten Berücksichtigung der Imperfektion und der Einflüsse aus Theorie II. Ordnung. Für die Biegebemessung von bewehrten Mauerwerksquerschnitten werden allgemeingültige Bemessungsgleichungen vorgestellt, mit denen die erforderliche Bewehrung mittels einfacher Gleichungen geschlossen ermittelt werden kann. Vorteil der Bemessungsgleichungen ist zum einen die mögliche Anpassung an beliebige Materialansätze mittels weniger Materialkennwerte, so daß diese für verschiedene Mauerwerksarten gemäß EC 6 /4/, /5/ und DIN 1053-3 /1/ angewendet werden können. Andererseits ist es nicht mehr notwendig, Bemessungstabellen zu verwenden, da die Bewehrung direkt ohne Iteration der Dehnungsebene berechnet werden kann. Da die Gleichungen auch für die Dimensionierung von Stahlbetonquerschnitten nach DIN 1045-1 /9/ und EC 2 /10/ anwendbar sind, ist abermals die Konsistenz der Bemessungsnormen von bewehrtem Mauerwerk und Beton gewährleistet.
9 Seiten
25 €
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