Article - Geomechanics and Tunnelling Heft 3/2026
Seite: 372-388
Autoren: Hanisch, Peter, Lettner, Christian, Reisinger, Susanne, Steininger, Christian, Wiltafsky, Christoph
DOI: 10.1002/geot.70101
Die Konzeption von Hochwasserschutzdämmen muss relevante Untergrundverhältnisse berücksichtigen. Wenn ein gut durchlässiger Aquifer von einer feinkörnigen Auflage, z. B. von schluffigen Sanden überdeckt ist, hat deren geringe Durchlässigkeit eine wichtige Funktion bei der Unterströmung des Dammbauwerks. Der hier vorgestellte Hochwasserschutz (HWS) Machland Nord konnte daher ohne vertikale Dichtelemente im Untergrund zur Verlängerung des Sickerweges oder zur Reduktion der Unterströmung des Dammes errichtet werden. Als eine Konsequenz aus der wasserrechtlichen Überprüfung hat der Erhalter, die Machland‐Damm GmbH, eine generelle Ausweisung der Bereiche mit potenziellem Einfluss auf den HWS bei Eingriffen in diese Deckschichten beauftragt. Das entwickelte System basiert auf der Dammgeometrie, den Wasserspiegeldifferenzen und den Untergrundverhältnissen. In den resultierenden „Empfehlungen“ wird neben der „Kernzone“ mit exklusiver Priorität für das HWS‐Bauwerk eine „Nachweiszone“ definiert, innerhalb derer für Eingriffe in die Deckschichten eine Reihe von Überprüfungen in Form von hydraulischen Berechnungen, Standsicherheitsnachweisen und Nachweisen gegen hydraulisches Versagen empfohlen wird. Zusammen mit den daraus erstellten Zonenplänen stehen dem Erhalter, der Behörde und potenziellen Bauführern von Eingriffen Unterlagen zur Verfügung, mittels derer mögliche Risiken für den HWS durch verstärkte Unterströmung eingeschätzt und bei Bedarf Gegenmaßnahmen geplant werden können.
The design of flood protection levees requires careful consideration of the prevailing subsoil conditions. Where a highly permeable aquifer is overlain by a fine‐grained cover layer, such as silty sands, its comparatively low hydraulic conductivity plays a decisive role in limiting seepage flow underneath the dams. Due to these geological conditions, the Machland Nord flood protection system described here is built without the use of vertical sub‐surface sealing elements. Following the legal review, the operator, Machland‐Damm GmbH, commissioned a systematic delineation of areas in which interventions in the cover layer may adversely affect the hydraulic performance and structural integrity of the system. The developed assessment framework is based on the geometry of flood protection structures, hydraulic head differentials, and site‐specific subsurface conditions. The resulting recommendations define a “core zone”, assigning the components of the protection system overall priority, and an adjacent “verification zone”, where any intervention affecting the cover layer is subject to a defined set of technical assessments, including hydraulic analyses, global and local stability verifications, and checks against hydraulic failure. Using zoning maps, the framework provides the operator, regulatory authorities, and potential project owners with a basis for evaluating risks to the flood protection system and, where required, for designing appropriate mitigation measures.
17 Seiten
25 €
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