Bericht - Bautechnik Heft 8/2026
Seite: 612-622
Autoren: Lützkendorf, Thomas
DOI: 10.1002/bate.70150
Anforderungen an die Ermittlung und Angabe umweltrelevanter Informationen zu Gebäuden unter Nutzung von Methoden der angewandten Ökobilanzierung erlangen in naher Zukunft Gesetzeskraft. Beginnend mit dem Jahr 2028 müssen die Treibhausgasemissionen im Lebenszyklus berechnet und als Treibhauspotenzial ausgewiesen werden. Dabei handelt es sich um eine Wirkungskategorie aus der Liste der Kernindikatoren einer Ökobilanz. Lagen bisher nur vereinzelt Erfahrungen bei der Ermittlung des Treibhauspotenzials und zum Teil weiterer potenzieller Umweltwirkungen vor, etwa im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeitsbewertung, der Beantragung von Fördermitteln oder der EU‐Taxonomie, wird ab diesem Zeitpunkt die Planungs‐ und Baupraxis, insbesondere die Gruppe der Vertreterinnen und Vertreter planender Berufe, in ihrer vollen Breite mit dieser Thematik konfrontiert. Aktuell werden die Grundlagen geschaffen. Dies betrifft sowohl die Formulierung gesetzlicher Anforderungen, die Weiterentwicklung der einschlägigen Normen, die Bereitstellung von Daten, Anleitungen und Hilfsmitteln sowie den Ausbau von Weiterbildungsangeboten. In diesem Kontext stellt der Beitrag die Grundlagen der Ökobilanzierung, den Stand der Normung von DIN EN 15978:2026 und DIN SPEC 91606:2026 sowie relevante Fragestellungen vor, die mithilfe der Ökobilanzierung behandelt werden können. Zu ausgewählten Teilthemen werden die Hintergründe und Zusammenhänge erläutert sowie Hinweise für die konkrete Anwendung gegeben.
Requirements for the assessment and disclosure of environmentally relevant information on buildings using methods of applied life cycle assessment will become a legal requirement in the near future. Starting in 2028, greenhouse gas emissions in the life cycle must be calculated and reported as global warming potential. This is one of the impact categories included in the list of core indicators of a life cycle assessment. Whereas experience in determining the global warming potential and, in some cases, other potential environmental impacts has so far been limited to isolated applications, for example in sustainability assessment, applications for funding, or the EU taxonomy, design and construction practice, in particular the designers and engineers, will from then on be confronted with this topic. The groundwork is currently being laid. This applies to the formulation of legal requirements, the further development of the relevant standards, the provision of data, guidance, and tools, as well as the expansion of opportunities for further training. In this context, this paper presents the fundamentals of life cycle assessment, the current status of standardisation with regard to DIN EN 15978:2026 and DIN SPEC 91606:2026, as well as relevant questions that can be addressed by means of life cycle assessment. The background and interrelationships of selected subtopics are explained, and recommendations for real life application are provided.
11 Seiten
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