Aufsatz - Bautechnik Heft 6/2026
Seite: 499-510
Autoren: Woerd, Jan Dirk, Garsch, Maximilian, Pietzsch, Achim, Gebbeken, Norbert
DOI: 10.1002/bate.70103
Durch den Krieg in der Ukraine ist der Schutz der Bevölkerung vor kriegerischen Einwirkungen und damit auch das Thema Schutzräume im Rahmen des Zivilschutzes verstärkt in den Fokus von Politik, Medien und Öffentlichkeit gerückt. In der öffentlichen und medialen Wahrnehmung werden Schutzräume oft mit massiven Bunkern und umfangreicher Technik zum Schutz vor CBRN‐Gefahren assoziiert. Eine differenzierte Betrachtung der Bedrohung, ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und der von ihr ausgehenden Gefährdung erfolgt jedoch meist nicht. Häufig wird ein maximaler Schutz gegen alle denkbaren kriegerischen Gefahren und Naturgefahren (All‐Gefahren‐Ansatz) gefordert. Beim Entwurf und Bau von Schutzräumen müssen vorab folgende Kernfragen gestellt und beantwortet werden: Gegen welche Bedrohungen soll geschützt werden? Was ist das Schutzziel? Und welches Schutzniveau soll erreicht werden? Im Rahmen einer von den Autoren durchgeführten Studie wurden ausschließlich konventionelle Waffen berücksichtigt. Bei einer derartigen Bedrohung bieten bereits innenliegende und unterirdische Räume ohne Öffnungen nach außen einen Grundschutz. Vergleichbare Schutzkonzepte existieren auch zum Schutz vor Naturgefahren wie Hurrikans und Tornados. Im Beitrag soll eine Übersicht über kriegerische Gefahren gegeben werden. Darauf aufbauend werden Konzepte zum baulichen Schutz gezeigt. Im Fokus steht dabei insbesondere das Schutzpotenzial von Bestandsbauten und ‐infrastruktur für die Zivilbevölkerung bei kriegerischen Konflikten mit konventionellen Waffen.
As a result of the war in Ukraine, the protection of the population from the effects of armed conflict and thus the topic of shelters as part of civil protection have increasingly come into focus of politics, the media and the public. In public and media perception, shelters are often associated with massive bunkers equipped with extensive technology to protect against CBRN hazards. A differentiated assessment of the threat, its probability of occurrence and the danger it poses is usually lacking. Maximum protection against all conceivable military and natural hazards (all‐hazards approach) is often demanded. The following key questions must be asked and answered when designing and building shelters: What threats should protection be provided against? What is the protection objective? And what level of protection should be achieved? In a study conducted by the authors, only conventional weapons were considered. In the case of such a threat, internal and underground rooms without openings to the outside already provide basic protection. Comparable protection concepts also exist for natural hazards such as hurricanes and tornadoes. This article provides an overview of hazards related to armed conflict. Building on this, concepts for protection are presented. The main focus is on the protection potential of existing buildings and infrastructure for the civilian population during armed conflicts involving conventional weapons.
12 Seiten
25 €
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