Bericht - Bautechnik Heft 1/2026
Seite: 74-82
Autoren: Hebel, Dirk E.; Boerman, Elena
DOI: 10.1002/bate.70061
Die Weltbevölkerung wächst seit Jahrzehnten stetig an. Gleichzeitig steigt der wirtschaftliche Wohlstand. Beide Entwicklungen führen zu einem zunehmenden Druck auf unsere natürliche Umwelt, unser Klima und unsere Ressourcen. Der weitaus größte Teil unserer zum Bau verwendeten Materialien wird im wahrsten Sinne des Wortes konsumiert und nicht aus natürlichen oder technischen Kreisläufen ausgeliehen, um anschließend darin wieder aufzugehen. Dieser lineare Ansatz hat tiefgreifende Konsequenzen für unseren Planeten. Wir greifen tief in bestehende Ökosysteme ein und zerstören unsere eigene Lebensgrundlage – der Klimawandel zeugt davon. Die gebaute Umwelt muss daher als Lagerstätte von Rohstoffen in einem endlosen Kreislaufsystem begriffen werden. Wir brauchen dringend neue Prinzipien für den Bau, die Demontage und die Umgestaltung unserer gebauten Umwelt. Gleichzeitig müssen wir die Frage beantworten, wie neue Materialien zur Verfügung gestellt werden können, die dem Anspruch einer Kreislaufwirtschaft entsprechen und den weiteren Ausstoß von CO begrenzen. Wir müssen vermehrt eine Verlagerung hin zum regenerativen Anbau, zur Zucht und zur Kultivierung von Baumaterialien anstreben, anstatt uns weiterhin auf endliche Vorkommen zu verlassen. Diese Prozesse müssen von erneuerbaren Energien angetrieben werden, welche die Emissionsfrage in den Vordergrund der Betrachtung auch von Baugenehmigungen und Förderinstrumenten stellen und nicht mehr nur den Verbrauch von Primärenergien.
The world's population has been growing steadily for decades. At the same time, economic prosperity is increasing. Both developments are leading to growing pressure on our natural environment, our climate, and our resources. The vast majority of the materials we use for construction are, quite literally, consumed and not borrowed from natural or technological cycles to be reintegrated into them. This linear approach has profound consequences for our planet. We are deeply interfering with existing ecosystems and destroying our own life support systems, as evidenced by climate change. The built environment must therefore be understood as a repository of raw materials within an endless cycle. We urgently need new principles for the construction, deconstruction, and transformation of our built environment. At the same time, we must answer the question of how to provide new materials that meet the requirements of a circular economy and limit further CO2 emissions. We must increasingly strive for a shift towards the regenerative cultivation, breeding, and growing of building materials instead of continuing to rely on finite resources. These processes must be driven by renewable energies, which prioritise emissions in building permits and funding programmes, rather than solely focusing on primary energy consumption.
9 Seiten
25 €
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