Aufsatz - Bautechnik Heft 7/2025
Seite: 366-372
Autoren: Seiffert, Annemarie
Der Bestand an wasserbaulichen Anlagen in Deutschland ist in die Jahre gekommen. Seine Erhaltung erfordert einen enormen Ressourceneinsatz, weshalb es wichtig ist, die richtigen Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt zu ergreifen. Eine Strategie zur Erhöhung der Zuverlässigkeit des Systems besteht darin, die Robustheit bei der Priorisierung von Erhaltungsmaßnahmen zu berücksichtigen. Zu diesem Zweck haben die Bundesanstalt für Wasserbau und die Hochschule Karlsruhe ein qualitatives Verfahren zur Bewertung der Robustheit bestehender Wasserbauwerke entwickelt. Es berücksichtigt die Ergebnisse einer statischen Nachweisführung sowie weitere Robustheitseigenschaften und trifft zusätzlich zum Zustand der Anlage eine Aussage über die Dringlichkeit ihres Erhaltungsbedarf. Die Methode wurde für massive Schiffsschleusenanlagen, Kanalbrücken, Düker‐ und Durchlassanlagen entwickelt. Die Anwendung der Methode auf vierzehn dieser Bauwerke zeigt, dass durch die Interpretation mehrerer Kennwerte eine Differenzierung der Bauwerke hinsichtlich ihrer Robustheit erreicht werden kann. Für die standardisierte Umsetzung der Methode steht eine Web‐Applikation und für die Visualisierung der Ergebnisse ein Dashboard zur Verfügung. Sobald weitere Bauwerke nachgerechnet sind, soll die Methode auf eine größere Anzahl von Bauwerken angewendet und darauf aufbauend die Notensystematik final mit dem Infrastrukturbetreiber festgelegt werden.
The stock of hydraulic engineering facilities in Germany is ageing. Its maintenance requires an enormous amount of resources, which is why it is essential to implement the right measures at the right time. One strategy for increasing the reliability of the system is to take robustness into account when prioritizing maintenance measures. To this end, the Federal Institute of Hydraulic Engineering and Karlsruhe University of Applied Sciences have developed a qualitative method for assessing the robustness of existing hydraulic structures. It takes into account the results of the recalculation as well as other robustness properties and, in addition to the condition of the system, makes a statement about its maintenance requirements. The method was developed for massive ship locks, canal bridges and culverts. The application of the method to fourteen of these structures shows that a differentiation of the structures with regard to their robustness can be achieved by interpreting several characteristic values. A website is available for standardized implementation of the method and a dashboard for the visualization of the results. In the future, as soon as further structures have been recalculated, the method will be applied to a larger number of structures and, based on this, the grading system will be finalized with the infrastructure operator.
7 Seiten
25 €
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