Aufsatz - Bautechnik Heft 12/2025
Seite: 719-728
Autoren: Laimer, Hans Jörg; Brauner, Michael
DOI: 10.1002/bate.70039
Die Sicherung von Eisenbahnstrecken gegen Rutschungen bleibt trotz technischer Fortschritte eine zentrale Herausforderung, insbesondere bei flachgründigen, schnell ablaufenden Massenbewegungen, die klimawandelbedingt zunehmen. Für das rund 5000 km lange Streckennetz der ÖBB wurden in den letzten 20 Jahren 804 Ereignisse erfasst und analysiert. In 88,6 % der Fälle mussten bauliche Maßnahmen zur Wiederherstellung der Betriebssicherheit durchgeführt werden. Aktive Sicherungsbauwerke, die meist im Zuge der Ereignisbewältigung errichtet werden, machen 75 % der Maßnahmen aus. Da flachgründige Hangprozesse dominieren, kommen sehr häufig nach ÖBB‐Regelplanung standardisierte Bautypen zum Einsatz. Dabei überwiegen langlebige Bauwerke, die auf den jeweiligen Hangprozess abgestimmt sind, wodurch kaum Folgeschäden auftreten. Diese Hangsicherungen sind jedoch nur im unmittelbaren Prozessraum eines Ereignisses schutzwirksam, sodass der Einsatz von passiven Schutzbauwerken forciert werden soll, um einen flächigen Schutz zu ermöglichen. Netzbarrieren, die gegen mehrere Hangprozesse wirken, sind eine vielversprechende Alternative oder Ergänzung zur punktuellen aktiven Hangsicherung. In diesem Kontext stellt aktuell die Beurteilung der Schutzwirksamkeit bestehender Steinschlagschutznetze bei verschiedenen Einwirkungskombinationen eine Herausforderung dar. Da eine Vollverbauung vieler Streckenabschnitte wirtschaftlich nicht argumentierbar ist, werden auch ergänzende Maßnahmen vorgestellt.
Despite technical advances, securing railway lines against landslides remains a key challenge, especially in the case of shallow, fast‐moving mass movements, which are increasing due to climate change. Over the past 20 years, 804 events have been recorded and analysed for the approximately 5000 km long rail network of the Austrian Federal Railways (ÖBB). In 88.6 % of cases, structural construction measures had to be implemented to restore operational safety. Active safety structures, which are usually erected in the course of event response, account for 75 % of the measures. Since shallow slope processes dominate, standardized construction types are very often used in accordance with ÖBB standard planning. These are predominantly durable structures adapted to the respective slope process, resulting in hardly any consequential damage. However, these slope stabilization measures are only effective in the immediate vicinity of a landslide, so the use of passive protective structures should be promoted in order to provide comprehensive protection. Net barriers that protect against multiple slope processes are a promising alternative or supplement to selective active slope stabilization. In this context, assessing the protective effectiveness of existing rockfall protection barriers under various impact combinations currently poses a challenge. Since full protection of many track sections is not economically viable, supplementary measures are also presented.
10 Seiten
25 €
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