Aufsatz - Bautechnik Heft 9/2024
Seite: 488-499
Autoren: Koch, Andreas, Berger, Simon, Hofmann, Robert, Jansen, Philipp
Aktuelle Untersuchungen zum Thema Steinschlagschutzverbauungen konzentrieren sich i. d. R. auf mittlere bis hohe Einwirkungsenergien. Für flexible Steinschlagschutzzäune existieren bereits Systeme mit einer Energieaufnahmefähigkeit in einer Größenordnung bis ca. 10.000 kJ. In vielen Regionen ist die Stein‐ und Blockschlaggefahr aber oft mit deutlich geringeren Energien verbunden. Dies ist insbesondere entlang von Infrastruktur wie Verkehrswegen der Fall. Die Bayerische Staatsbauverwaltung hat demzufolge Drahtzäune als Abrollschutz im Einsatz, welche explizit den Bereich mit einer Energieaufnahmefähigkeit bis 60 kJ abdecken. Die Drahtzäune bestehen aus handelsüblichen und bei entsprechenden Fachfirmen lagernden Komponenten und wurden durch die Zentralstelle Ingenieurbauwerke und Georisiken (ZIG) mit einer Bauhöhe von 2,30 m in einem Steinbruch nahe Passau getestet. Während der Versuche wurden von der Universität Innsbruck, Arbeitsbereich Geotechnik, die maßgeblichen Seilkräfte gemessen und die Kinematik der Versuchsblöcke über Videoanalysen ausgewertet. Der Beitrag beschreibt die Konstruktionsdetails des Drahtzauns, die Randbedingungen der 1 : 1‐Belastungsversuche, die Auswertung der Messdaten sowie die weiteren Erkenntnisse für die Ausführung. Zusätzlich wird der zeitliche Verlauf der Kräfte bei der Bestimmung der Bemessungseinwirkungen auf Verankerungen bzw. Fundationen untersucht.
Current studies on the subject of rockfall protection structures generally focus on medium to high impact energies. Systems with an energy absorption capacity of up to approx. 10,000 kJ already exist for flexible rockfall protection fences. In many regions, however, the risk of falling rocks and boulders is often associated with significantly lower energies. This is particularly the case along infrastructure such as transport routes. The Bavarian State Construction Administration therefore uses wire fences as roll‐off protection, which explicitly cover the area with an energy absorption capacity of up to 60 kJ. The wire fences consist of commercially available components stored by specialist companies and were tested by the Central Office for Engineering Structures and Georisks (ZIG) at a height of 2.30 m in a quarry near Passau. During the tests, the University of Innsbruck, Geotechnics Department, measured the relevant cable forces and evaluated the kinematics of the test blocks using video analyses. The article describes the construction details of the wire fence, the boundary conditions of the 1 : 1 load tests, the evaluation of the measurement data and the further findings for the design. In addition, the temporal path of the force is analysed when determining the design actions on anchors and foundations.
12 Seiten
25 €
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