Biegebeanspruchte Stahlbeton-Plattentragwerke werden in der Regel mittels zwei- oder dreibahniger Stahlnetze bewehrt. Die Anpassung der Bewehrungsbahnen an die Hauptspannungstrajektorien läßt sich nur in Ausnahmefällen systematisch durchführen; Abweichungen sind die Regel. Die Kunst des Bewehrens wird besonders stark in torsionsbeanspruchten Plattenbereichen herausgefordert. Erfahrungsgemäß ist in der Praxis Unsicherheit im Umgang mit den Platten-Torsionsmomenten verbreitet; manchmal werden sie bei der Bemessung sogar "einfach" weggelassen. Die deutschen und österreichischen Normen haben das Problem längst erkannt und für Eckbereiche von Platten erstaunlich detaillierte Bewehrungsanweisungen formuliert. Der Beitrag befaßt sich mit diesen, von einer Normausgabe zur anderen ohne nennenswerte Änderung, quasi als "Bemessungsaxiomen" weitergereichten Regeln und zeigt deren Sicherheitsdefizite auf.
11 Seiten
25 €
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