Seit der Verabschiedung der europäischen Normentwürfe im Bauwesen und der angepaßten nationalen Vornormen, die auf probabilistischen Grundlagen beruhen, ist die Frage hinsichtlich der Ermittlung der charakteristischen Kennwerte, insbesondere der geotechnischen Einflußgrößen, noch nicht befriedigend gelöst. Dadurch entsteht eine partielle Ungewißheit über das angestrebte Sicherheitsniveau und möglicherweise auch eine Überbemessung bzw. Unterbemessung von Bauteilen. Die Ermittlung der charakteristischen Werte (p%-Fraktil oder Mittelwert) mit Hilfe der mathematischen Statistik hat den Nachteil, daß sie viele Annahmen und eine große Anzahl von Stichproben benötigt und überdies schwierig handhabbar ist. In diesem Aufsatz wird das Problem der Bestimmung der charakteristischen Werte mit Hilfe der Theorie unscharfer Mengen behandelt. Das vorgeschlagene Verfahren hat einen überschaubaren Aufbau, was für die Praktiker eine pragmatische Berechnungsmethode darstellt. Außerdem liefert dieses Verfahren im allgemeinen eine ökonomischere Lösung im Vergleich zu den stochastischen Methoden.
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