Rubrik - Beton‐ und Stahlbetonbau Heft 5/2026
DOI: 10.1002/best.70119
: Die Eisenbahnüberführung Itztalbrücke wurde im Zeitraum von 2002 bis 2005 errichtet und 2017 in Betrieb genommen. Bei den regelmäßigen Bauwerksprüfungen wurden Schäden – in Form von Einzelrissen, später auch netzartigen Rissen – festgestellt, die im Rahmen der vertiefenden Bauwerksdiagnose ab 2022 als Folge von Treibreaktionen (Alkali‐Kieselsäure‐Reaktion, Sekundäre Ettringitbildung) im Beton identifiziert wurden. Die zwischen 2023 und 2024 durchgeführten Instandsetzungs‐ und Schutzmaßnahmen bergen, ohne zusätzliche Maßnahmen, das Risiko einer unkontrollierbaren Weiterentwicklung der betonschädigenden Reaktionen unter der Schutzbeschichtung. Deshalb wurde erstmals ein umfassendes Überwachungskonzept mit verteilter faseroptischer Sensorik (DFOS) umgesetzt. Im Zuge der Instandsetzungsarbeiten 2023–2024 erfolgte die Installation von mehr als 2000 m Sensorik in gefrästen Nuten an 14 Pfeilern. Die DFOS‐Messungen ermöglichen eine hochauflösende flächendeckende Erfassung von Dehnungen und Rissaktivitäten – auch unter Oberflächenschutzsystemen, die visuelle Inspektionen erschweren. Bereits in den ersten 18 Monaten der Zustandsüberwachung mit DFOS konnten neben saisonalen reversiblen Verformungszyklen dauerhafte Mikrorissöffnungen und irreversible Schädigungsfortschritte präzise nachgewiesen werden. Die Ergebnisse belegen, dass DFOS nicht nur feinste Rissbildungen frühzeitig detektiert, sondern auch eine neue Qualität der Langzeitdiagnostik von treibreaktionsgeschädigten Bauwerken eröffnet. Auf dem Titelbild zu sehen ist die Itztalbrücke nach der Instandsetzung. Der Beitrag auf S. 410–422 stellt die Möglichkeiten dieser Technologie als leistungsfähiges Werkzeug zur sicheren Zustandsbewertung vor. (Bild: DB InfraGO AG)
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