Aufsatz - Beton‐ und Stahlbetonbau Heft 4/2026
Seite: 321-332
Autoren: Bettin, Matthias; Maurer, Reinhard
DOI: 10.1002/best.70064
Im Rahmen eines grenzüberschreitenden internationalen Infrastrukturprojekts – dem 18 km langen Unterwassertunnel in der Ostsee zur Verbindung der dänischen Insel Lolland mit der deutschen Insel Fehmarn – wurde festgestellt, dass die nach dem deutschen Nationalen Anhang zu DIN EN 1992‐2/NA festgelegten Übergreifungslängen für Betonstahlbewehrungen im internationalen Vergleich die größten sind. Da das Bauwerk auch auf deutschem Staatsgebiet nach dänischem technischem Regelwerk errichtet wird, kommt dieser Thematik sowohl unter sicherheitsrelevanten als auch unter wirtschaftlichen und ausführungstechnischen Gesichtspunkten eine erhebliche Bedeutung zu. Vor diesem Hintergrund wurden an der Technischen Universität Dortmund im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) experimentelle Untersuchungen durchgeführt, um zu prüfen, ob die kürzeren Übergreifungslängen gemäß EN 1992‐2 eine ausreichende Tragfähigkeit sowie ein Rissverhalten innerhalb der zulässigen Grenzen gewährleisten – sowohl unter statischer Kurzzeitbelastung als auch unter Dauerlastbedingungen. Ziel war es, belastbare Aussagen zur Anwendung des europäischen Bemessungsansatzes für Bauwerke der Verkehrsinfrastruktur zu gewinnen und damit eine Grundlage für mögliche zukünftige Anpassungen nationaler Regelwerke zu schaffen. Ergänzend hierzu wurden projektspezifische Versuchsreihen mit mehrlagiger Bewehrung durch den Auftraggeber Femern A/S initiiert. Diese Untersuchungen erfolgten in Kooperation zwischen dem Danish Technological Institute (DTI) in Kopenhagen und der TU Dortmund und bildeten die wissenschaftliche Basis für eine ZiE durch BMVI.
As part of a cross‐border international infrastructure project – the 18 km long underwater tunnel in the Baltic Sea connecting the Danish island of Lolland with the German island of Fehmarn – it was determined that the overlap lengths for reinforcing steel specified in the German National Annex to DIN EN 1992 2/NA are the longest in international comparison. Since the structure is also being built on German territory in accordance with Danish technical regulations, this issue is of considerable importance from a safety, economic and technical implementation perspective. Against this background, experimental investigations were carried out at the Technical University of Dortmund on behalf of the BASt to examine whether the shorter lap lengths specified in EN 1992 2 ensure sufficient load‐bearing capacity and crack behaviour within the permissible limits – both under static short‐term loading and under continuous load conditions. The aim was to obtain reliable information on the application of the European design approach for transport infrastructure structures and thus create a basis for possible future adjustments to national regulations. In addition to this, project‐specific test series with multi‐layer reinforcement were initiated by the client Femern A/S. These investigations were carried out in cooperation between the Danish Technological Institute (DTI) in Copenhagen and TU Dortmund University and formed the scientific basis for a ZiE by BMVI.
12 Seiten
25 €
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