Bericht - Beton‐ und Stahlbetonbau Heft 8/2025
Seite: 638-646
Autoren: Fritsch, Christina, Mosig, Oliver, Müller, Steffen, Gruner, Andreas, Schacht, Gregor, Marx, Steffen
Die Elbebrücke Bad Schandau wurde in den 1970er‐Jahren als unterspannte Balkenbrücke in Massivbauweise errichtet. Nach dem Einsturz der Carolabrücke in Dresden wurde u. a. die Elbebrücke, als ebenfalls spannungsrisskorrosionsgefährdete Straßenbrücke, einer Sonderprüfung unterzogen. Dabei wurden am markanten Unterspannband Längs‐ und Querrisse sowie Rostfahnen dokumentiert. Da eine fortgeschrittene Schädigung aus Spannungsrisskorrosion nicht ausgeschlossen werden konnte, erfolgte die Vollsperrung und Anordnung einer Objektbezogenen Schadensanalyse (OSA). Stufenweise wurden bauwerksdiagnostische, rechnerische und messtechnische Untersuchungen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigten Anzeichen für Spannungsrisskorrosion und flankierende Schadenspotenziale, jedoch in begrenztem Maße. Vermutete Schadensursachen konnten weitgehend aufgeklärt bzw. relativiert werden, auch mithilfe der rechnerischen Bewertung. Um künftig Informationen zu neuen Spanndraht‐ und Bauwerksschäden zu gewinnen, wurde ein Dauermonitoring konzipiert und in Betrieb genommen. Das methodische Vorgehen ermöglichte eine schrittweise Rücknahme von Kompensationsmaßnahmen. Die Elbebrücke Bad Schandau dient damit als Beispiel für den Umgang mit spannungsrisskorrosionsgefährdeten Brücken im Bestand.
The Elbe Bridge in Bad Schandau was constructed in the 1970s as an underslung girder bridge in reinforced concrete. Following the collapse of the Carola Bridge in Dresden, the Elbe Bridge—also considered susceptible to stress corrosion cracking—was subjected to a special inspection. Longitudinal and transverse cracks, as well as rust staining, were documented along the characteristic underslung tendon. As advanced damage due to stress corrosion cracking could not be ruled out, the bridge was fully closed, and a structure‐specific damage analysis (OSA) was initiated. As part of the OSA, stepwise structural diagnostics, numerical verification and monitoring investigations were carried out. The results indicated signs of stress corrosion cracking and additional damage mechanisms, though only to a limited extent. Suspected causes were largely clarified or relativized with the aid of structural analysis. To detect future tendon or structural damage, a permanent monitoring system was developed and implemented. The applied methodology enabled a gradual rollback of compensatory measures. The Elbe Bridge Bad Schandau thus serves as an example for the assessment and management of existing bridges at risk of stress corrosion cracking.
9 Seiten
25 €
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