Bericht - Beton‐ und Stahlbetonbau Heft 5/2025
Seite: 378-387
Autoren: Schulze, Sebastian
Mit dem Röntgenverfahren (auch Radiographie oder Durchstrahlungsprüfung genannt) können in der zerstörungsfreien Bauwerksprüfung (ZfPBau) Erkenntnisse gewonnen werden, die mit keinem anderen Verfahren denkbar sind. Die direkte Bildgebung des Bauteilinnern, ähnlich einer Schwarzweißfotografie, ermöglicht die eindeutige Identifikation und eine millimetergenaue Vermessung von Einbauteilen wie Bewehrung, Verankerungen oder Spanngliedern und die Visualisierung von Verpressmängeln, Rissen, korrosionsbedingten Querschnittsverlusten und dergleichen, ohne Bauteilöffnungen zur Verifizierung anlegen zu müssen. Somit können Erhaltungszustände bewertet und Bewehrungspläne und Bauteilquerschnitte zuverlässig rekonstruiert werden. Begrenzt wird die Anwendung des Verfahrens in der Praxis durch die notwendige beidseitige Zugänglichkeit zum Bauteil sowie die Bauteilstärke, die beeinflusst, welche Details in den erzeugten Bildern noch sichtbar und interpretierbar sind. Dieser Beitrag zeigt anhand aktueller Praxisbeispiele aus den Jahren 2023–2025 die Anwendungsmöglichkeiten und ‐grenzen des Verfahrens bei der Untersuchung korrosionsbedingter Querschnittsverluste unter der Betonoberfläche und bei der Bewertung des Erhaltungszustands von Spannbetonbauten.
The X‐ray method (also known as radiography or radiographic testing) can be used in non‐destructive testing in civil engineering (NDT‐CE) to gain insights that are unattainable by other methods. Direct imaging of the inside of components, similar to black‐and‐white photography, enables clear identification and precise measurement of built‐in parts such as reinforcement, anchoring or tendons as well as the visualization of compression defects, cracks, corrosion‐related losses of rebars and the like without having to open the component for verification. Thus, maintenance conditions can be evaluated and technical drawings can be reconstructed. Practical application of the method is limited by both‐sided accessibility of the component, which is mandatory for investigation, as well as its total thickness. The latter determines which details are still visible and interpretable in the generated images. This article uses current practical examples from 2023 to 2025 to show the possibilities and limitations of the method in the fields of investigation of corrosion below concrete surfaces and the evaluation of pre‐stressed concrete.
10 Seiten
25 €
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