Aufsatz - Beton‐ und Stahlbetonbau Heft 5/2024
Seite: 322-331
Autoren: Hron, Johannes, Zeman, Oliver, Voit, Klaus, Wriessnig, Karin, Bergmeister, Konrad
Die Notwendigkeit der Nutzung von CO‐Senken wird für die Bauindustrie immer relevanter, da auch zukünftig die Herstellung bestimmter Industriegüter prozessbedingt nicht emissionsfrei ablaufen kann. Ein innovativer Ansatz hierzu ist die Nutzung von Altbeton bzw. daraus aufbereiteter Gesteinskörnung (rezyklierter Gesteinskörnung) zur CO‐Speicherung, wodurch das Recycling von Baurestmassen im Sinne der Ressourcenschonung (Urban Mining) um den Aspekt der Klimaverträglichkeit erweitert wird. Erste Umsetzungen in der Praxis sind bereits erfolgt und eine vermehrte zukünftige Anwendung zeichnet sich ab. Eine Schwierigkeit bildet die Ungewissheit über das vorhandene CO‐Aufnahmepotenzial der jeweiligen Recyclinggesteinskörnungen. Eine genaue Erfassung ist im Grunde nur nach erfolgter Karbonatisierung durch Ermittlung der Massen und Überwachung der Versuchsbedingungen möglich. Haupteinflussparameter sind dabei die Korngröße sowie die für die Karbonatisierung zur Verfügung stehende Zeitspanne, aber auch die Betoneigenschaften und Expositionshistorie des vorliegenden Altbetons. Im vorliegenden Beitrag wird eine praktische Methode mittels Zwangskarbonatisierung in einem Laborreaktor vorgestellt, mithilfe derer das jeweilige CO‐Speichervermögen an Proben aus dem Bestand, noch vor dem Abbruch einer Struktur, bestimmt werden kann und somit eine einfache, handhabbare Möglichkeit bietet, das Potenzial des zusätzlich erforderlichen Aufbereitungsschritts zu bewerten.
The necessity of utilizing CO sinks is becoming increasingly relevant for the construction industry, as the manufacturing of certain industrial goods will process‐related continue to produce emissions. An innovative approach to this is the utilization of waste concrete respectively recycled aggregates produced from it for CO sequestration, which expands the recycling of construction waste in the context of resource conservation (Urban Mining) to include climate compatibility. Initial implementations in practice have already occurred, and an increasing future application is emerging. One challenge lies in the uncertainty regarding the CO uptake potential of the recycled aggregates. Accurate assessment is essentially possible only after carbonation has taken place by determining the masses and monitoring the experimental conditions. The primary influencing parameters are the grain size and the time available for carbonation, as well as the concrete properties and exposure conditions of the available waste concrete. This article presents a practical method by which the respective carbonation potential can be determined prior to demolition of a structure providing a simple, manageable means to evaluate the effectiveness of the additional required processing step.
10 Seiten
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