Article - Bauphysik Heft 4/2026
Seite: 305-315
Autoren: Evli‐Fründt, Rumeysa, Willems, Wolfgang M.
DOI: 10.1002/bapi.70057
Der Straßenverkehr ist sowohl ein wesentlicher Treiber von Treibhausgasemissionen als auch eine der Hauptquellen für Umgebungslärm. Während die Reduzierung des CO‐Ausstoßes im Verkehrssektor durch das Bundes‐Klimaschutzgesetz zunehmend berücksichtigt wird, bleibt die langfristige Entwicklung des Straßenverkehrslärms trotz der damit verbundenen Gesundheitsprobleme weit weniger beachtet. Diese Forschungsarbeit untersucht die Entwicklung des Straßenverkehrslärms in Deutschland für den Zeithorizont 2050 unter Berücksichtigung der aktuell diskutierten Planungs‐ und Entscheidungsprozesse. Sie stellt zugleich ein Instrument für die zukünftige Stadtplanung unter dem Gesichtspunkt der Lärmbekämpfung dar. Mithilfe der Szenariotechnik werden zwei Zukunftsszenarien entwickelt: ein Referenzszenario (Verfehlung der Klimaziele) und ein Stabilitätsszenario (Erreichung ambitionierter Ziele). Die Daten dieser Szenarien werden in quantitative Prognosedaten überführt, die als Berechnungsgrundlage für den zukünftigen Straßenverkehrslärm relevant sind. Dazu werden Prognosemodelle simuliert, die sich mit realistischen Planungssituationen in Wohngebieten verschiedener Siedlungsstrukturtypen befassen. Sowohl für die aktuelle als auch für die zukünftige Planungssituation werden Schallimmissionspläne berechnet und miteinander verglichen. Im Vergleich zur aktuellen Planungssituation zeigen die Prognosemodelle insgesamt nur geringfügige – teilweise gerade noch wahrnehmbare – Pegeldifferenzen. Dies zeigt, dass sich der Straßenverkehrslärm bis zum Jahr 2050 weder durch die zukünftigen Entwicklungen wahrnehmbar verschlechtern noch durch zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen wahrnehmbar verbessern wird.
Road traffic is both a major contributor to greenhouse gas emissions and one of the main sources of environmental noise. While the reduction of CO emissions in the transport sector receives increasing attention under the German Federal Climate Change Act, the long‐term development of road traffic noise receives far less consideration, despite causing health problems. This research paper examines the development of road traffic noise in Germany up to 2050, considering the planning and decision‐making processes currently under discussion. It also provides a tool for future urban planning from the perspective of noise control. Using the scenario technique, two future scenarios – a reference scenario (failing climate targets) and a stability scenario (achieving ambitious targets) – are developed. Scenario data are transferred into quantitative forecasts, forming the basis for calculating future road traffic noise. Forecast models are simulated, reflecting realistic planning situations in residential areas across different settlement structural district types. Noise immission plans are calculated for both current and future situations and compared. The comparative analysis shows only minor – in some cases barely perceptible – level differences. The findings indicate that road traffic noise will neither deteriorate noticeably by 2050 as a result of future developments nor improve noticeably as a result of additional climate protection measures.
11 Seiten
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