Bericht - Bauphysik Heft 2/2026
Seite: 179-191
Autoren: Meier, Linda; Leistner, Philip
DOI: 10.1002/bapi.70034
Der Bericht beleuchtet bauphysikalische Ergebnisse eines interdisziplinären Ansatzes zur Integration von Wildbienen‐Nisthilfen in Gebäudefassaden zur Förderung urbaner Biodiversität. Bauphysikalische und ökologische Anforderungen sowie gesellschaftliche Einstellungen wurden untersucht – ergänzt durch Messungen an Testbauten, Felderhebungen und zwei Online‐Umfragen. Getestet wurden Nisthilfen aus Hartholz, Röhrchen, Ton und Lehm‐Sand‐Gemisch in drei Fassadentypen (WDVS, vorgehängt hinterlüftet, Holzleichtbau) an zwei Standorten in Stuttgart‐Vaihingen. Alle Systeme erfüllten die bauphysikalischen Kriterien (z. B. keine Tauwasserbildung, zulässige Oberflächentemperaturen). Holz und Röhrchen zeigten bessere thermische Eigenschaften und geringere Wärmeverluste als Ton und Lehm. Die vorgehängt hinterlüftete Fassade wurde seltener besiedelt. Die höchsten Nistbelegungen erfolgten in Hartholz und Röhrchen mit kleinen Durchmessern (3 mm bis 4 mm). Ton und Lehm wurden kaum angenommen. Beide Standorte boten geeignete Blühpflanzen im Umfeld. Die Online‐Umfragen zeigten hohe Zustimmung zum Konzept, besonders für öffentliche Gebäude. Die Akzeptanz hängt u. a. von Tierart, Risikoempfinden und Wissen ab. Fassadenintegrierte Nisthilfen können zur städtischen Biodiversität beitragen, vor allem in Kombination mit Begrünung. Sie sind eine sinnvolle Ergänzung bei Sanierungen, ersetzen jedoch keine natürlichen Lebensräume. Weitere Forschung und Standardisierung sind empfehlenswert.
The report presents building physics results from integrating wild bee nesting aids into façades to support urban biodiversity. Different materials (hardwood, reed tubes, clay, clay‐sand) were tested in three façade types on the Stuttgart‐Vaihingen campus. All systems met building physics requirements, with hardwood and reed showing better thermal performance and lower heat losses than clay‐based materials. Nesting activity was highest in hardwood and reed tubes with small diameters (3–4 mm), while clay variants were seldom used. The ventilated curtain wall façade showed low colonization. Both test sites offered suitable flowering resources. Online surveys revealed strong public support, especially for use on public buildings; acceptance is influenced by species, perceived risk, emotions, and knowledge. Façade‐integrated nesting aids can enhance urban biodiversity – particularly combined with greenery – but cannot replace natural habitats. Further research and standardization are advised.
13 Seiten
25 €
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