Aufsatz - Bauphysik Heft 1/2026
Seite: 56-72
Autoren: Hellwig, Runa T.; Dorsch, Lutz
DOI: 10.1002/bapi.70029
Der Trend der letzten 30 Jahre zeigt einen beschleunigten Anstieg der mittleren Außentemperaturen in den Sommermonaten gegenüber vorindustriellem Niveau. Gleichzeitig nehmen Häufigkeit und Intensität extremer Wetterereignisse zu. Hitzewellen stellen dabei eine besondere Gefahr für die menschliche Gesundheit dar, vor allem für vulnerable Gruppen. Wohngebäude sollen Schutz vor extremer Außentemperaturdynamik bieten. Ein klimaangepasstes passives Gebäudeverhalten ist dafür die prioritäre Maßnahme in der Gebäudeplanung, während aktive Kühlung nur ergänzend eingesetzt werden sollte. Seit 1981 ist die Vermeidung von sommerlicher Überwärmung Bestandteil der deutschen Normung für Mindestwärmeschutz, öffentlich‐rechtliche Anforderungen sind heute im Gebäudeenergiegesetz verankert. In den deutschsprachigen Ländern gibt es verschiedene methodische Ansätze zur Vermeidung sommerlicher Überwärmung bzw. Überhitzung. Dieser Artikel stellt sie gegenüber und untersucht, inwieweit diese eine Gebäudeplanung unter veränderten Anforderungen durch Hitzewellen und Klimaveränderungen ermöglichen. Die Analyse zeigt, dass das Schutzziel „Gesundheit“ in die Normung des sommerlichen Wärmeschutzes aufgenommen werden muss, um den Gesundheitsschutz auch bei Hitze zu gewährleisten. Dazu müssen neben etablierten Prüfverfahren für Behaglichkeit geeignete Verfahren entwickelt werden, welche die Eignung passiver Gebäudekonzeptionen unter extremen Hitzeereignissen prüfen und bestenfalls auch in der Vorplanung eingesetzt werden können.
The trend of the last 30 years shows an accelerated increase in average outdoor temperatures during the summer months in Germany compared to pre‐industrial levels. At the same time, frequency and intensity of extreme weather events are rising. Heatwaves pose a particular threat to human health, especially for vulnerable groups. Residential buildings' buffering capacity provides protection against extreme outdoor temperature dynamics. A climate‐adapted passive building performance is the primary measure in building design for this, while active cooling can be used as a supplementary measure. Since 1981, the prevention of summer overheating has been part of the German standardization for minimum thermal protection. Today, corresponding requirements are embedded in the German Building Energy Act. In German‐speaking countries, various methodological approaches exist to prevent summer overheating. This article compares these approaches and examines how they prepare building design for the changing requirements posed by heatwaves and climate change. The analysis shows that the health protection goal must be incorporated into the standards for summer overheating prevention in order to ensure protection from heat‐related health risks. In addition to established thermal comfort assessment methods, tailored methods must be developed to assess the suitability of passive building designs under extreme heat events, ideally usable even in the early planning stages.
17 Seiten
25 €
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