Aufsatz - Bauphysik Heft 1/2026
Seite: 91-100
Autoren: Geske, Mara; Standecker, Benjamin; Völker, Conrad
DOI: 10.1002/bapi.70026
Bei der energetischen Analyse von Bestandsgebäuden kommt sowohl der Bewertung der flächenbezogenen Bauteileigenschaften durch den U‐Wert als auch der Identifikation energetischer Schwachstellen, wie z. B. Wärmebrücken, eine zentrale Bedeutung zu. Ziel dieser Studie ist es, die Eignung der Thermografie zur qualitativen und quantitativen In‐situ‐Bewertung von Wärmebrücken zu überprüfen. Dazu werden drei Versuchswände in einem realitätsnahen Versuchsaufbau parallel untersucht. Die thermografischen Messergebnisse (IRT) werden sowohl mit kontaktbasierten Messwerten (NTC) als auch mit einer thermischen Modellierung verglichen und eingeordnet. Die Auswertung zeigt hohe Übereinstimmung zwischen NTC‐ und IRT‐Messungen mit Bestimmtheitsmaßen zwischen 0,80 und 0,88. Die festgestellten Unterschiede zwischen den Messarten treten insbesondere an der Außenoberfläche der Versuchswände als systematische Verschiebung um im Mittel 0,7 K auf. Eine Abschätzung des ƒ ‐Wertes war aufgrund ausgeprägter transienter Effekte weder aus den thermografischen noch aus den kontaktbasierten Messdaten möglich. Damit lassen sich qualitative Aussagen zur Wärmebrückenerkennung einfach und zuverlässig ableiten, während belastbare quantitative Auswertungen Langzeitmessungen unter stabilen Randbedingungen erfordern. Insgesamt verdeutlicht diese Untersuchung das Potenzial thermografischer Methoden in Kombination mit weiterentwickelten Analyseverfahren.
When analyzing the energy efficiency of existing buildings it is essential to evaluate the component properties such as U‐values and to identify weak points like thermal bridges. This study examines the suitability of thermography for qualitatively and quantitatively in‐situ evaluation of thermal bridges. Three test walls are examined simultaneously in a realistic test setup, and thermographic (IRT) results were compared with contact‐based (NTC) measurements and thermal modeling. High agreement is found between IRT and NTC (R = 0.80 to 0.88), with differences observed as a systematic shift of 0.7 K on average. Due to transient effects, the ƒ‐value could not be reliably estimated by measurement data. Qualitative thermal bridge detection is straightforward, while robust quantitative evaluations require long‐term stable measurements. Overall, this study highlights the potential of thermographic methods combined with advanced analysis techniques.
10 Seiten
25 €
Dieser Artikel ist nicht kostenlos verfügbar. Bitte nutzen Sie die Bestell-Option.