Aufsatz - Bauphysik Heft 1/2026
Seite: 27-37
Autoren: Voß, Tjado; Voss, Karsten
DOI: 10.1002/bapi.70027
Der vom Klimawandel verursachte Temperaturanstieg führt im Sommer zu wachsenden Herausforderungen, in Gebäuden angemessene thermische Bedingungen zu bieten. Neben verbesserten Verschattungs‐ und Lüftungsmaßnahmen bietet die Erhöhung der Luftbewegung im unmittelbaren Personenumfeld eine weitere Möglichkeit, den thermischen Komfort zu verbessern. Verbunden mit einer individuellen Steuerbarkeit können gemäß DIN EN ISO 7730:2006‐05 die als angenehm empfundenen Temperaturen damit um bis zu 3 K erhöht werden. Arbeitsplatzbezogene Deckenventilatoren sind geeignet, diese Bedingungen an Büroarbeitsplätzen herzustellen. Sie sind vor allem dann sinnvoll, wenn passive Maßnahmen nicht ausreichen. Dies ist bei vielen Bestandsgebäuden ohne aktive Kühlung der Fall. Bei solchen Gebäuden finden sich häufig nicht abgehängte Massivdecken, um deren thermische Speicherfähigkeit zur Dämpfung der Raumtemperaturamplituden zu nutzen. Daher bietet es sich an, Maßnahmen zur Verbesserung des Raumklimas mit solchen für eine bessere Raumakustik zu verbinden. Daraus wurde an der Universität Wuppertal ein Systemkonzept entwickelt, bei dem Deckenventilatoren in abgehängte Akustikpaneele integriert sind. Prototypen wurden in einem Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit Industriepartnern entwickelt und getestet. Der vorliegende Beitrag enthält die Ergebnisse von Strömungsfeldmessungen und Raumklimauntersuchungen in damit ausgestatteten Musterräumen. Darüber hinaus wurde das Potenzial zur Verbesserung der Nachtlüftung durch den zusätzlichen Betrieb der Deckenventilatoren experimentell untersucht. Die Ergebnisse zeigen die Wirksamkeit des Systemkonzeptes. Im Rahmen eines Sanierungsprojekts wurden 180 Arbeitsplätze in einem Verwaltungsgebäude mit diesem System ausgestattet.
The rise in temperature caused by climate change is making it increasingly difficult to create thermal comfort in buildings during the summer. In addition to improved shading and ventilation measures, increasing air movement in the immediate vicinity of persons offers another energy‐efficient way to improve thermal comfort. In accordance with DIN EN ISO 7730:2006‐05, temperatures perceived as comfortable can be increased by up to 3 K when airflows can be controlled individually. Workplace‐related ceiling fans are suitable for creating these conditions at office workplaces. They are particularly useful when passive measures are not sufficient. This is the case in many existing buildings in Central Europe without active cooling. Such buildings often have solid ceilings without suspended ceilings in order to utilize their thermal storage capacity to dampen room temperature amplitudes. Therefore, it makes sense to combine measures to improve the indoor climate with those for better room acoustics. Based on this, a system concept was developed at the University of Wuppertal in which workplace‐related ceiling fans are integrated into suspended acoustic panels. Prototypes were developed and tested in a research project in collaboration with industry partners. This article presents the results of flow field measurements and indoor climate studies in test rooms equipped with this system. In addition, the potential for improving night ventilation by additional operation of the ceiling fans was investigated experimentally. The results demonstrate the effectiveness of the system concept. As part of a renovation project, 180 workplaces in an administrative building were equipped with this system.
11 Seiten
25 €
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