Bericht - Bautechnik Heft 6/2025
Seite: 337-351
Autoren: Keßler, Sylvia, Anders, Steffen, Gädt, Torben, Haist, Michael, Mechtcherine, Viktor
Eine zentrale Aufgabe von BauingenieurInnen ist die Auswahl geeigneter Werkstoffe für neue Bauwerke und Instandhaltung der bestehenden Bausubstanz. Neben Festigkeits‐ und Verformungsverhalten sind Langlebigkeit und geringe Umweltauswirkungen essenziell. Daher sind fundierte Kenntnisse über Eigenschaften, Herstellung und Verarbeitung verschiedener Werkstoffe wie Beton, Stahl, Mauerwerk, Holz, Asphalt oder Polymere erforderlich. Neben der etablierten Materialcharakterisierung gewinnen datenbasierte Analysemethoden – wie Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) – zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig führt die wachsende Relevanz von Materialrecycling und der Wiederverwendung von Bauteilen zu einer zusätzlichen Zunahme der Komplexität. Werkstoffe spielen eine Schlüsselrolle für Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung, sodass BauingenieurInnen ökologische, ökonomische und soziale Aspekte auf Projekt‐ und Systemebene berücksichtigen müssen, um nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Das Memorandum zur Hochschullehre „Werkstoffe im Bauwesen“ verankert diese Kompetenzen im Bauingenieurstudium, um künftige Generationen zu befähigen, nachhaltige, langlebige und klimaresiliente Bauwerke zu schaffen und die Lebensdauer des Bauwerksbestandes zu verlängern. Es lädt dazu ein, bestehende Curricula zu reflektieren und an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen.
A key responsibility of civil engineers is the selection of appropriate materials for new structures and rehabilitations. In addition to load‐bearing capacity and deformation behavior, durability and ongoing reduction of environmental impact are essential. Therefore, a solid understanding of the properties, production, and processing of various materials and their demands during execution such as concrete, steel, masonry, wood, asphalt, and polymers is required. Alongside traditional material characterization, data‐driven analysis methods (e.g., Artificial Intelligence (AI), Machine Learning (ML)) are continuously gaining importance. The increasing relevance of material recycling and component reuse further adds to the complexity. Construction materials play a key role in sustainability and resource conservation. Civil engineers must integrate ecological, economic, and social aspects at both the project and system levels to make sustainable decisions. The Memorandum aims to embed these competencies in civil engineering curricula, equipping future generations to design sustainable, durable, and climate‐resilient structures. It invites reflection on existing curricula and adaptation to evolving conditions.
15 Seiten
25 €
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