Aufsatz - Beton‐ und Stahlbetonbau Heft 10/2025
Seite: 798-809
Autoren: Schmidt, Boso, Joachim, Linus, Oettel, Vincent
DOI: 10.1002/best.70018
Der Bausektor zählt in Deutschland zu den ressourcenintensivsten Branchen und ist mit über 50 % maßgeblich an der Abfallentstehung beteiligt. Aktuelle Recyclingstrategien fokussieren meist auf die stoffliche Verwertung von Abbruchmaterialien, was häufig zu Qualitätsverlusten und Deponierung führt. Das hochwertige Produkt‐Recycling ganzer Elemente – insbesondere tragender Stahlbetonbauteile, die aus abzureißenden Tragwerken gewonnen werden – wird bislang kaum genutzt, birgt jedoch enormes Potenzial zur Reduktion von Abfällen, des Primärressourcenverbrauchs und von CO‐Emissionen. Für die Wiederverwendung von Stahlbetonbauteilen sind u. a. die Herstellung und die Tragfähigkeit der Fügestellen für eine kraftschlüssige Verbindung von zentraler Bedeutung. Betontrockenfugen bieten hier Vorteile: Sie ermöglichen eine schnelle, witterungsunabhängige Montage sowie eine einfache spätere Demontage. Voraussetzung für die sichere Übertragung von z. B. Druckspannungen ist eine hochwertige Fugenkontaktfläche, deren Qualität maßgeblich durch das angewandte Bearbeitungsverfahren bestimmt wird. In diesem Beitrag werden zweiteilige Betonprobekörper mit geschnittenen, gefrästen und geschliffenen Fugenoberflächen hinsichtlich Rauigkeit, Passgenauigkeit und Drucktragverhalten untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Rauigkeit einen deutlichen, die effektive Kontaktfläche hingegen keinen eindeutigen Einfluss auf die Drucktragfähigkeit von subtraktiv bearbeiteten Betontrockenfugen hat.
The construction sector is one of the most resource‐intensive industries in Germany and is responsible for over 50% of total waste generation. Current recycling strategies predominantly focus on the material recycling of demolition materials, which often leads to a loss of quality and landfill disposal. In contrast, high‐quality product recycling of entire elements – especially reinforced concrete components obtained from demolished structures – has hardly been utilised to date but offers enormous potential for reducing waste, primary resource consumption, and CO emissions. For the reuse of reinforced concrete components, the manufacturing and load‐bearing capacity of the joints for a force‐fit connection are of central importance. Dry joints offer advantages in this respect, enabling quick installation regardless of weather conditions and easy dismantling at a later date. A high‐quality joint contact surface is essential for the safe transfer of compressive stresses. The quality of this joint contact surface is largely determined by the processing method used. This article examines two‐part concrete test specimens with cut, milled and ground joint surfaces in terms of roughness, fitting accuracy and compressive strength. The results show that roughness has a significant influence on the compressive strength of subtractively machined concrete dry joints, whereas the effective contact surface has no clear influence.
12 Seiten
25 €
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